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26. Juli 2012

Björn Torwellen feat. Eric Trabert - Ne Obliviscaris Prologue FREE DOWNLOAD

Roadmovie meets Techno - Der erfolgreiche Techno-DJ/-Produzent und zugleich einer meiner besten Freunde Björn Torwellen hat die Opening Szene meines ersten Romans musikalisch interpretiert. Und obwohl ich selbst eher aus der Rockabilly-Ecke komme, finde ich die Umsetzung sehr gelungen!

1957. Irgendwo mitten in der Wüste. Unerträgliche Hitze. Stille. Nirgends ein Zeichen von echtem Leben. Kein wirkliches Gefühl weit und breit. Nur Kakteen und Sand. Die Sonne brennt. Oh diese Hitze! Ein Kojote heult. Unter einem Stein krabbelt ein schwarzer Skorpion hervor. Hebt seine Scheren und stellt den Stachel auf. Sein giftiger Körper schimmert todbringend und Gewalt verherrlichend im beißenden Licht der unerbittlichen Hitze. Ein geduldiger Geier schreit heiser vom kochenden Himmel, an dem er gelangweilt seine breiten Kreise zieht. Der Kojote huscht emsig auf die andere Seite der Strasse. Gott hat diesen Ort vor langer Zeit schon verlassen. Der Skorpion krabbelt auf die Strasse. Bleibt ein Stück vor dem Mittelstreifen stehen und genießt selbstgefällig die so beängstigende Ruhe im unwirklichen Paradies seiner heimischen Idylle.

Plötzlich zieht der Coyote seinen Schwanz ein und
stellt die Nackenhaare auf. Winselnd und am ganzen Körper zitternd blickt er wie gebannt mit panischen Augen auf den flimmernden Horizont der Strasse. HÖLLENLÄRM! Der Skorpion zerplatzt knackend unter der heran brechenden Gewalt eines Weißwandreifens. Unter zerstörendem Röhren schießt ein schwarzer 49er Mercury knapp an dem jungen Kojoten vorbei. Rechts am Wagen flattert spielerisch und schön ein roter Schal und der Leopardenfellärmel einer Frauen-Bluse im schnellen Wind der abenteuerlichen Fahrt. Das ohrenbetäubende Konzert des Motors klingt wie eine teuflische Arie. Tätowierte Finger schnippen eine Zigarette aus dem bedrohend vorbei zischenden Fahrerfenster des Mercurys. Aus dem lauten Radio schmettert der King wild schreiend seinen wütenden „Hounddog“ heraus. Hinter einem kargen Busch hat sich der verängstigte Coyote versteckt und jault herzerweichend vor sich hin. Er blick hypnotisiert dem finsteren Gefährt hinterher. Plötzlich erschallt tief und verraucht aus dem fahrenden Wagen eine wirklich mächtig angepisste Männerstimme: „ZUM TEUFEL!“.

Die gefallene Zigarette purzelt schlendernd über den sandigen Asphalt hin zum dreckigen Rand der verhängnisvollen Strasse. Direkt vor die Pfoten des entsetzten Coyoten. Wie ein Gewitter schießt eine Wolke trockener Staub erstickend in die flimmernde Luft. Stampfend rast der Streitwagen des Bösen an einem fabrikneuen Ortsschild vorbei. Blutrot. Darauf steht in freundlicher, gut lesbarer Schrift: Howdy Fremder! Ganz herzlich willkommen in der Hölle! Wir wünschen Ihnen ehrlich einen wirklich langen Aufenthalt. Einwohnerzahl: Bedauerlicherweise unbekannt. Gott schütze Dich!

Der Staub legt sich. Langsam und verschleiernd. Wie ein böser Niederschlag. Oh diese gottverdammte Hitze! Inmitten der Wüste ist das teuflische Donnern des Todes allmählich wieder verstummt. Der alte Geier zieht wie eh und je hungrig schimpfend seine wartenden Kreise. Auf der verlassenen staubigen Strasse klebt der leblose Körper des glänzenden Skorpions. Den sich der halbstarke Kojote in diesem Augenblick neugierig ansieht und beschnuppert. Zum Teufel! Ein Tag wie jeder andere!