Ein dummer Schreiber der, der schreibt.
Ein weiser Dichter jener,der es lässt.
Gut im Lieben, der’s stattdessen tut.
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Ein dummer Schreiber der, der schreibt.
Ein weiser Dichter jener,der es lässt.
Gut im Lieben, der’s stattdessen tut.
Stell‘ Dir eine Reise vor, weiter als Deine Gedanken Dich tragen. Ferner als man sein will. Fremder als es Dein Geist erfassen möchte.
Ein Universum, scheinbar ohne Raum und Zeit. Mit Gestalten ohne eigenem Wesen. Mit Gefühlen ohne Bedeutung. Mit Wünschen ohne Sehnsucht. In einer schier rastlosen Stille. In einer Existenz ohne jeglichem Bezug.
In einer Trauer, die kaum schmerzt. Einem Dasein ohne Notiz. Nur eine Stimme, die Du hörst. „Willkommen in meiner Welt.“
Es will ein Dichter etwas sagen.
Fortan er sich zu reimen quält.
Mit Gefühl und noch mehr Plagen.
Dumm, wenn dann der Leser fehlt.
Der Regen in Schottland unterscheidet sich von dem anderswo. Hier sind es die Tränen der Götter, die von der Schönheit ihres eigenen Werkes überwältigt werden. So sagen es die Geschichten der alten Fischer hier an der Küste der Isle of Lewis.
Er hatte schon lange nichts Anständiges mehr zu Papier gebracht. Abgesehen von einigen unsortierten Gedanken und diversen Vierzeilern. Aber das war bloß Teil seines alltäglichen Erlebens. Nichts also womit man seinen Lebensunterhalt hätte bestreiten können. Und da saß er nun. An seinem alten, großen Schreibtisch. In sich zusammen gesunken, auf ein leeres Blatt Papier starrend. Papier ist geduldig. Aber nicht wenn es darauf wartet gefüllt zu werden.
Das gewaltige Rauschen des nahe gelegenen Atlantiks vermischt sich mit dem Knistern des Kamins zu einem Klang, der ihn nun wie Äther zu benebeln scheint. Und so legt er seinen Kopf auf den Tisch und sieht durch das Fenster aufs Meer hinaus. Er ist schon lange so unsagbar müde. Er seufzt noch einige Male bis der Schlaf behutsam wie entschlossen nach ihm greift.
Er öffnet die Augen. Reibt sich das zerknautschte Gesicht. Er friert. Es ist kalt geworden. Das Feuer ist aus, und draußen ist bereits tiefste Nacht. Nach wie vor singt die Brandung ihr unüberhörbares Lied. Wie lange war er weg getreten? Und was war das für ein merkwürdiger Traum? Noch immer hatte er ihren Duft in der Nase. Spürte ihr seidiges Haar auf seinem Gesicht.
Verdammt, es ist kalt. Er quält sich aus seinem Stuhl und beginnt ein neues Feuer zu machen. Er schichtet das Holz und nimmt das Blatt Papier vom Tisch. Zündet es an, und hält es unters Holz. Allmählich wird es wieder behaglich in seiner Bleibe. Während er gebannt in den Kamin starrt, muss er an diese liebevollen braunen Augen denken. An den Blick, der ihn so tief berührte. Und der ihn so viel mehr wärmte, als es dieses wunderschöne Feuer jemals könnte.
Er legt noch etwas Holz in den Kamin und setzt sich zurück an seinen Tisch. Nimmt ein neues Blatt Papier und legt es vor sich hin. Es ist still geworden. Das Meer beruhigt sich bis nur noch das Knistern des Kamins zu hören ist. Und hier und da das Rufen des leeren Blattes Papier.
Ein Mensch, vom eignen Zweifel angefressen,
hat sich eines Tages selbst verdaut.
Bedenk’, wenn Du auf Einsicht bist versessen,
dass Weisheit stets auf Herzen baut.
Noch immer bin ich auf der Suche nach dem tieferen Sinn von MySpace, Lokalisten, wer-kennt-wen und wie diese ganzen Social-Networks alle heißen. Sicher, eine persönliche Homepage mit den eigenen Interessen etc. zu gestalten und online zu stellen ist eine feine Sache. Und es ist auch nett auf diesem Wege Leute wieder zu finden, die man, aus welchen Gründen auch immer, lange nicht mehr gesehen hat. Aber wie ich das bis dato beurteilen kann, bin ich mit dieser Einstellung wohl ziemlich old school.
Zugegeben diese Zeilen zeichnen mich auf gewisse Weise schuldig. Denn ich blogge (aber sagen Sie es bloß nicht weiter) Was ist ein Blogger ? Diese Frage ist derart allgemein, dass selbst Wikipedia eine Antwort schuldig bleibt. Lediglich zur Etymologie des Wortes “Blog” ist dort in Erfahrung zu bringen, dass es sich aus Weblog ableitet. Also ein Online-Logbuch. Eine virtuelle Kladde.
Studien zur Motivation und soziodemografischer Herkunft der Blogger zu folge schreiben 3/4 der Befragten zum “Spaß”. 62% nutzen das Bloggen um eigene Gedanken festzuhalten, 33% wollen ihr Wissen in einem spezifischen Themengebiet anderen zugänglich machen, und die restlichen 13% aus beruflichen Gründen.
Klingt ja auf den ersten Blick recht aufschlussreich. Dennoch frage ich mich, was zum Teufel treiben die fucking fleißigen Demographen wenn man sie braucht? Beziehungsweise, wie repräsentativ können diese Zahlen schon sein? Immerhin sind sicher die Hälfte aller privaten Blogger anonym unterwegs. Und das, wirft man einen ebenso kurzen wie schmerzverzerrten Blick auf die meisten privaten Blogs, völlig zu Recht.
Natürlich bin ich selbst einer dieser Privatiers. Auch ich mache hier nichts weiter als meine eigenen Gedanken fest zu halten. Nichts von dem, was ich vor mich hin tippe ist etwas worauf die Welt gewartet hat. Aber Gott sei’s getrommelt ich berichte nicht über meine Haustiere. Ich schütte nicht mein Herz über x-mal durch gekaute Gefühle aus, und banne sie dann gemeinsam mit meinen naiven Sehnsüchten in binäre Codes. Ich bin nicht geil darauf Freunde zu sammeln, die ich nur unter ihrem Pseudonym kenne. Ich bin bloß ein Schreiberling, der den Federkiel gegen eine Tastatur getauscht hat. Und genau damit scheine ich selbst in der Virtualität des Webs ein echter Freak zu sein. Gibt es nirgendwo “Online-Schriftsteller”, die des Schreibens willen bloggen? Und nicht wegen der etlichen Kommentare, von denen die meisten doch nur Brechreiz erregende Ignoranz bekunden?
Soviel zu den Bloggern. Und “myspace”? Dort bin ich auf Leute gestoßen, die innerhalb eines halben Monats 400(!) “Freundschaften” geschlossen haben. Echte Menschen mit echten Gefühlen. Menschen, die im realen Leben durch andere ebenso wie durch ihre eigene Person Schmerz erleiden müssen, und hier vermeidliche Heilung zu finden glauben. In Form von gepostetem Zuspruch, virtuellem Trost und digitalem Verständnis. Von “Freunden”, die nicht das geringste Wissen über die Hintergründe der von ihnen kommentierten Gefühle und Personen haben. So werden junge Frauen mit schwerwiegenden emotionalen Problemen in ihrem Irren bestätigt. Ja sie werden sogar angetrieben so weiter zu machen.
Mein Dasein ist zuweilen schmerzhaft ernst und in mancherlei Hinsicht hoffnungslos. Aber scheinbar noch nicht ansatzweise so traurig wie das anderer. Und wieder eine Dublone zum Schatz meiner Einsichten hinzugefügt.*klimper*
Thanx 4 the add!
Manch Gefühl, so scheint es, niemals endet.
Trotz müden Willens es zu meiden.
Wirst Du von alten Schatten neu geblendet,
ist es ein wohl vertrautes Leiden.